/35/ The Family Poet (Der Familiendichter)

IMG_0191Rainer Maria Rilke is a famous and well-known name in the German-speaking world, but most non-Germans wouldn’t recognise it. Rilke was an exceptionally inspired poet and author, a prolific pen pal to many, and one of the fathers of modernism. He is best known for a poem about a panther. Though he moved a lot in his life (from his hometown of Prague to Worpswede in the north of Germany, to Paris, Spain, and Italy), Rilke finally settled in the region of Valais in southern Switzerland, in the French-German town of Sierre (Siders in German). This is where I went on Sunday.

Rainer Maria Rilke ist ein berühmter und ein bekannter Name in dem deutschen Sprachraum, aber ausserhalb Deutschland, Österreich und der Schweiz würden nicht viele Leute ihn wieder erkennen. Rilke war ein besonders inspirierter Dichter und Autor, ein eifriger Brieffreund zu vielen, und einer der Väter der Moderne. Die meisten Leute kennen ihn wegen einem Gedicht über einen Panther. Obwohl er in seinem leben in einer Vielfalt an Plätzen in Europa gewohnt hat (von der Geburt in Prag nach Worpswede im Norden Deutschlands, nach Paris, Spanien und Italien), verbrachte Rilke seine letzten Lebensjahre in der südschweizerischen, französischß-deutschen Stadt Siders (Siere auf französisch). Dorthin bin ich am Sonntag gegangen.
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The town, attractive and full of charming rustic houses, nestles in a sun-drenched valley overgrown with wine plantations and orchards. Straight off the train, I began to walk up the foothills of the mountains, in search of the house where Rilke wrote his Sonnets to Orpheus and most of the Duino Elegies. I was rewarded with beautiful views on the way, but it was baking so I reached the hamlet of Muzot with sweat dripping down my face.

Die Stadt ist hübsch und voller reizender bäuerlicher Häuser, und liegt in einem sonnigen Tal, überwachsen mit Wein- und Obstgärten. So bald ich aus dem Zug gestiegen bin, fing ich an, die Hügel hoch zu wandern, auf der Suche nach dem Haus, in dem Rilke seine Sonetten an Orpheus und den grössten Teil seiner Duineser Elegien von sich gebracht hat. Wunderschöne Ausblicke haben meine kleine Wanderung belohnt, aber es war so glühend Heiss, dass ich das Dörfchen Muzot mit einer schweisstriefender Stirn erreichte.
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I knew only that the house was called “Chateau de Muzot” and had not been able to find it on a map before I went, so I arrived in the village without a clue of where to turn. I walked up a little further, past a churchyard where I picked an apple for my lunch, and when I turned around, there it was. I had walked right past it.

Ich wusste nur, dass das Haus “Chateau de Muzot” hieß, und konnte es am Abend davor nicht auf der Karte finden, also kam ich in dem Dorf ohne irgend einer Ahnung, wo es sein könnte, an. Ich ging etwas weiter, an einem Kirchhof vorbei, wo ich einen Apfel für mein Mittagessen gefunden habe, und als ich mich umdrehte, sah ich endlich das Haus. Ich wäre beinahe vorbei gegangen, ohne es zu bemerken!
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“Chateau” is generous. In those days (90 years ago, ish), perhaps it would have counted as a castle, but in my books that is just a big stone house. It’s a very nice big stone house though, with its own vinyard as a front garden, and picturesque views over the town. I was so pleased I had managed to find it despite the heat, the climb, and the not knowing where I was going, that I took a photo of myself with the house. It’s the only photo of me since I arrived in Switzerland three and a half weeks ago.

Chateau” ist eine grosszügige Wortwahl. In der Zeit (so vor 90 Jahren), hätte es vielleicht als Schloss, mindestens als Turm, gezählt, aber wenn du mich fragst, ist das einfach ein grosses Steinhaus. Es ist aber ein sehr imposantes Steinhauas, mit seinem eigenen Weingarten, und eine nbildhaften Blick auf die Stadt und das Tal. Ich war so aufgeregt, dass ich trotz der Hitze, trotz des Mini-Wanderung und trotz der Unklarheit meines Ziels, angekommen bin, dass ich ein Foto von mir und dem Haus gemacht habe – das einzige Foto von mir, seitdem ich vor dreianhalb Wochen in der Schweiz angekommen bin.
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On the way back down the hill, I passed this quaint little hut. It is utterly idyllic, with a small vegetable garden, a fruit tree, and a wealth of grapes surrounding the outcrop.

Auf dem Weg zurück zur Stadt ging ich an dieser niedlichen kleinen Hütte vorbei. Sie is absolut idzllisch, mit einem kleinen Gemüsegarten, einem Fruchtbaum, und viele Trauben in der Nähe.
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So, why did I trek half way across Switzerland to find a building on a hill? When I was a teenager, my beloved grandmother gave me a copy of one of Rilke’s earlier works. I don’t like all his poetry – the Duino Elegies, his most ambitious and obscure work, baffles me to the extent I have to struggle to engage with it – but I love the imagery he uses and the existential crises registered by most of his works are still relatable. His fascination with perception, truth and beauty is also mine.

Aber wieso habe ich die Schweiz durchquert, nur um ein Haus auf einem Hügel zu finden? Als ich ein Teenager war, hat mir meine geliebte Oma eine Kopie einer Rilkes Büchern geschenkt. Mir gefällt wirklich nicht alles von ihm – zum Beispiel sind die Duinese Elegien für mich so obskur, dass ich wirklich kämpfen muss, etwas damit anfangen zu können – aber ich liebe die Bildersprache, die er benutzt, und die existentielle Krise, die in der Mehrzahl seiner Wercke auftaucht, sind beide immer noch heute sehr relevant. Seine Faszination mit Wahrnehmung, Wahrheit und Schönheit ist auch die Meine.
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That, and I’m currently writing a long essay about him,I love long train journeys, and all the guidebooks said Sierre was pretty (how right they were)!

And Rilke makes me think of my grandmother, who I love a lot and who I will hopefully see a lot in the coming year.

Dazu gehören natürlich die Tatsachen, dass ich momentan dabei bin, einen langen Aufsatz über Rilke zu rescherchieren, dass ich lange Bahnfarten liebe, und dass es in meinem Reiseführer steht, das Siders sehr hübsch ist (Recht hatte er!).

Und Rilke erinnert mich an meine Oma, die ich sehr liebe, und die ich im kommenden Jahr hoffentlich oft sehen werde.
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